Heiße Temperaturen = einfach mehr Salz füttern? So einfach ist es leider nicht.
Momentan wird viel darüber diskutiert, ob Pferde bei diesen heissen Temperaturen große Mengen Salz erhalten sollten. Grundsätzlich halte ich eine zusätzliche Salzversorgung im Sommer für sinnvoll – schließlich verliert das Pferd über den Schweiß erhebliche Mengen an Natrium und Chlorid.
Aber: Salz ist nur ein Teil des gesamten Elektrolytsystems.
Elektrolyte arbeiten im Körper niemals isoliert. Sie stehen in einem engen Gleichgewicht zueinander:
➡️ Natrium beeinflusst Kalium.
➡️ Kalium steht wiederum in Wechselwirkung mit Magnesium.
➡️ Magnesium beeinflusst unter anderem auch den Calciumstoffwechsel.
Dieses fein abgestimmte Zusammenspiel sorgt dafür, dass Muskeln, Nerven und der gesamte Stoffwechsel funktionieren.
Wird nun ausschließlich Natrium (Salz) in hohen Mengen ergänzt, ohne die Gesamtsituation des Pferdes zu berücksichtigen, kann das Gleichgewicht weiter verschoben werden.
Hat ein Pferd beispielsweise bereits einen Kaliummangel, kann eine einseitig hohe Salzzufuhr die Situation zusätzlich verschärfen. Gerade bei hohen Temperaturen, wenn der Organismus ohnehin stark belastet ist, ist das nicht unbedingt hilfreich.
💡 Deshalb gibt es aus meiner Sicht keine allgemeingültige Empfehlung nach dem Motto: "Je heißer es ist, desto mehr Salz."
Entscheidend sind unter anderem:
✔️ Wie stark schwitzt das Pferd?
✔️ Wie wird es gefüttert?
✔️ Welche Grunderkrankungen liegen vor?
✔️ Wie sieht die gesamte Elektrolytversorgung aus?
Mein Rat lautet deshalb: Nicht nur Natrium betrachten, sondern immer das gesamte Elektrolytsystem.
Denn nur wenn Natrium, Kalium, Magnesium und Calcium im Gleichgewicht arbeiten, können Muskeln, Herz, Nerven und Stoffwechsel optimal funktionieren.
👉 Eine ausgewogene Elektrolytversorgung ist oft sinnvoller als das isolierte Erhöhen eines einzelnen Mineralstoffs.