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Haarmineralanalyse – meine heutige Einschätzung

Haarmineralanalyse – meine heutige Einschätzung

Haarmineralanalyse – meine heutige Einschätzung

Die Haarmineralanalyse nutze ich nach wie vor als ergänzendes diagnostisches Werkzeug – allerdings deutlich gezielter als früher.

Durch meine Arbeit und die Erfahrungen aus vielen Beratungen hat sich meine Sichtweise im Laufe der Zeit verändert. Früher habe ich den Elektrolyten wie Kalium, Natrium, Calcium und Magnesium in der Haarmineralanalyse eine größere Bedeutung beigemessen. Heute bewerte ich diese Werte deutlich kritischer, da sie aus meiner Erfahrung nicht immer die tatsächliche Versorgung des Körpers widerspiegeln.

Ein Fall ist mir dabei besonders in Erinnerung geblieben: Trotz eines ausgeprägten Kaliummangels, der sich klinisch deutlich zeigte, lag der Kaliumwert in der Haarmineralanalyse im Normbereich. Solche Erfahrungen haben mich dazu veranlasst, die Aussagekraft der Elektrolyte in der Haaranalyse zu hinterfragen.

Deshalb nutze ich die Haarmineralanalyse heute in erster Linie zur Beurteilung von Spurenelementen, Ultraspurenelementen und toxischen Elementen. Hier kann sie wertvolle Hinweise liefern, insbesondere auf Elemente, die in einer routinemäßigen Blutuntersuchung häufig gar nicht bestimmt werden.

Da Haare etwa 1 bis 1,5 cm pro Monat wachsen, spiegelt die Analyse die Einlagerung bestimmter Elemente über mehrere Monate wider. Sie ersetzt jedoch keine umfassende Diagnostik, sondern ist für mich ein Baustein innerhalb einer ganzheitlichen Betrachtung.

Besonders interessant sind Spurenelemente wie Zink, Kupfer, Mangan, Selen, Kobalt oder Molybdän sowie Ultraspurenelemente wie Chrom, Bor, Lithium oder Vanadium. Auch mögliche Belastungen mit toxischen Elementen oder Schwermetallen können sichtbar werden.

Ein Beispiel ist Chrom. Dieses essentielle Spurenelement wird in der Regel weder im großen Blutbild noch in den meisten Standarduntersuchungen erfasst. Dabei spielt Chrom eine wichtige Rolle im Zuckerstoffwechsel, da es die Wirkung von Insulin unterstützt. Gerade bei Pferden mit Stoffwechselerkrankungen wie PPID (Cushing) oder EMS kann eine ausreichende Chromversorgung von Bedeutung sein.

Grundsätzlich bewerte ich heute weder Haarmineralanalysen noch Blutwerte isoliert. Blutwerte unterliegen der Homöostase, sodass der Körper viele Mineralstoffe und Elektrolyte möglichst lange im Normbereich hält – selbst dann, wenn auf Zellebene bereits ein Ungleichgewicht besteht. Umgekehrt zeigt die Haarmineralanalyse bei Elektrolyten aus meiner Erfahrung nicht immer die tatsächliche Versorgung.

Deshalb stütze ich meine Empfehlungen niemals ausschließlich auf Laborwerte. Entscheidend ist für mich immer das Gesamtbild: die Vorgeschichte des Pferdes, die klinischen Symptome, die Fütterung, bestehende Erkrankungen sowie alle vorliegenden Untersuchungsbefunde. Laborwerte sind dabei wichtige Puzzleteile – die Diagnose entsteht jedoch erst, wenn alle Informationen sinnvoll zusammengeführt werden.

Aus meiner Erfahrung liegt genau darin der Schlüssel zu einer individuellen und nachhaltigen Beratung.

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